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Was auf den ersten Blick wie pure Effizienz wirkt, bringt jedoch eine Kehrseite mit sich, die viele übersehen. Jede Anfrage und dazu auch jedes hochgeladene Bild hinterlässt Daten auf den Servern der Anbieter. In einer Zeit, in der der EU AI Act greift und die DSGVO strenge Maßstäbe setzt, darf der Datenschutz beim Einsatz von KI-Tools daher nicht vernachlässigt werden. Hier kommen VPN-Dienste ins Spiel.
Was KI-Bildtools über Sie wissen
Wenn Sie einen Bildgenerator nutzen, denken Sie vielleicht nur an das Ergebnis, also das fertige Bild. Was im Hintergrund passiert, bleibt dagegen oft eher unsichtbar. Cloudbasierte KI-Tools wie Midjourney oder DALL-E verarbeiten alle Eingaben auf den Servern des Anbieters. Es läuft also nicht lokal auf dem eigenen Gerät.
Das bedeutet, dass Prompts, hochgeladene Referenzbilder, IP-Adresse und Nutzungsverhalten beim Anbieter landen. Dort können sie gespeichert, analysiert und in manchen Fälle sogar für das weitere Training der Modelle verwendet werden.
Besonders heikel wird es, wenn Fotos realer Personen hochgeladen werden, um beispielsweise Bilder zu bearbeiten oder Stile zu übertragen. In solchen Fällen verarbeiten KI-Systeme personenbezogene Daten, was unter die DSGVO fällt. Sogar harmlose Bürofotos könnten dann schon zum Problem werden, wenn im Hintergrund vertrauliche Dokumente sichtbar sind oder Meta- oder Standortdaten mitgeteilt werden.
Warum ein VPN beim Einsatz von KI-Bildtools sinnvoll ist
VPN steht für Virtual Private Network. Dieses Tool verschlüsselt den Internetverkehr und leitet ihn über einen Server in einem anderen Land. Für die KI-Bildtools bedeutet das konkret, dass sie nicht Ihre IP-Adresse sehen, sondern die IP-Adresse des VPN-Servers.
Ihre eigene Identität und Ihr tatsächlicher Standort bleiben damit verborgen. Das schützt einerseits vor personenbezogener Datenzuordnung, verhindert aber auch, dass Nutzungsprofile auf Basis Ihrer IP-Adresse angelegt werden.
Unabhängig davon, welchen Anbieter Sie wählen, haben alle VPN-Tools in der Regel diese Vorteile:
- Verschlüsselung der Verbindung
- Anonymisierung der IP-Adresse
- Schutz in unsicheren Netzwerken
- Zugang zu geo-gesperrten Tools
Worauf Sie bei der VPN-Auswahl achten sollten
Ein VPN ist nur so gut wie seine Datenschutzversprechen, und genau die variieren leider ziemlich stark. Wenn Sie einfach das erstbeste kostenlose Tool installieren, haben Sie im schlimmsten Fall das eigene Datenschutzproblem nur verschoben (von den KI-Anbietern hin zum VPN-Anbieter).
Die Cybernews-Experten berichten auf Cybernews.com davon, dass seriöse Anbieter (wie beispielsweise ProtonVPN) keine Verbindungsdaten speichern. Also keine IP-Adressen, keine Zeitstempel und keine besuchten Seiten. Diese sogenannte No-Log-Policy sollte im Idealfall durch unabhängige Audits externer Prüfgesellschaften bestätigt worden sein.
Wo der Anbieter seinen Sitz hat, entscheidet außerdem darüber, welchen Gesetzen er unterliegt. Anbieter mit Sitz in der EU oder in datenschutzfreundlichen Ländern wie der Schweiz oder Island sind weniger anfällig für staatliche Datenzugriffsanfragen als solche mit Sitz in den USA oder Großbritannien, wo weitreichende Überwachungsgesetze gelten.
Aktuelle Standards sind ebenfalls wichtig, beispielsweise die Open-Source-Protokolle WireGuard oder OpenVPN. Ältere Protokolle wie PPTP gelten als unsicher und sollten gemieden werden. Gut ist außerdem ein Kill Switch. Wenn die VPN-Verbindung unerwartet abbricht, unterbricht dieser automatisch die Internetverbindung, bevor die echte IP-Adresse sichtbar wird.
Datenschutz-Tipps beim Einsatz von KI-Bild-Tools
Der Datenschutz beim Erstellen von KI-Bildern lässt sich durch ein paar wenige Maßnahmen schon deutlich verbessern.
- VPN vor dem Start aktivieren: Immer dann, wenn ein cloudbasiertes KI-Tool geöffnet wird, sollte das VPN bereits aktiv sein. So ist keine Session ungeschützt.
- Datenschutzeinstellungen des Tools prüfen: Bei OpenAI und anderen Anbietern lässt sich das Training mit eigenen Daten in den Einstellungen deaktivieren.
- EXIF-Daten aus Bildern entfernen: Vor dem Hochladen von Fotos in KI-Tools sollten die Metadaten bereinigt werden. Tools dafür gibt es kostenlos für Windows, Mac und als Browser-Extension.
- Keine sensiblen Daten hochladen: Bilder mit erkennbaren Personen, vertraulichen Dokumenten oder Standortinformationen sollten gar nicht erst in cloudbasierte KI-Tools hochgeladen werden.
- Seriösen VPN-Anbieter wählen: Nicht jedes VPN ist gleich. Gute Anbieter haben eine No-Log-Policy, also die Garantie, dass keine Verbindungsdaten gespeichert werden. Kostenlose VPNs finanzieren sich oft durch den Verkauf von Nutzerdaten. Das wäre beim Wunsch nach mehr Datensicherheit natürlich ziemlich kontraproduktiv.
Die wichtigsten KI-Bildtools und ihr Datenschutz im Überblick
Nicht alle KI-Bildtools gehen gleich mit Nutzerdaten um. Beachten Sie allerdings, dass sich die Datenschutzrichtlinien von KI-Anbietern jederzeit ändern können. Wenn Sie mit Tools arbeiten, die für die Arbeit oder für Kundenprojekte eingesetzt werden, sollten Sie die Nutzungsbedingungen kennen und im Blick behalten.
Midjourney
Midjourney läuft vollständig über Discord. Alle Prompts sind standardmäßig öffentlich sichtbar. Wer das nicht möchte, benötigt ein kostenpflichtiges Abo mit privatem Modus. Bilder werden auf den Servern von Midjourney gespeichert und können für das Training verwendet werden. Ein VPN schützt hier zumindest die IP-Adresse und verschlüsselt die Verbindung zum Discord-Server.
DALL-E (OpenAI)
Der Bildgenerator von OpenAI ist direkt in ChatGPT integriert. In der kostenlosen Version werden Nutzerdaten standardmäßig für das Modelltraining verwendet. Sie können das aber in den Einstellungen deaktivieren. Wer DALL-E nutzt, sollte in den Datenschutzeinstellungen nachschauen und das Training mit eigenen Daten abschalten. Zusätzlich empfiehlt sich ein VPN, um die IP-basierte Profilbildung zu erschweren.
Adobe Firefly
Adobe Firefly positioniert sich als besonders datenschutzfreundliche Alternative. Adobe verwendet für das Training ausschließlich lizenziertes Material aus Adobe Stock und verpflichtet sich, keine Kundendaten für das Training zu nutzen. Für Unternehmen und Agenturen, die sensible Inhalte erstellen, ist Firefly daher die sicherere Wahl. Dennoch läuft auch Firefly cloudbasiert. Ein VPN ist also auch hier sinnvoll, wenn Sie die eigene IP-Adresse schützen möchten.
Stable Diffusion (lokal)
Die Open-Source-Variante läuft komplett auf dem eigenen Rechner. Kein Prompt, kein Bild und keine Metadaten verlassen das eigene System. In puncto Datenschutz ist dies die sicherste Option. Dafür erfordert sie aber auch etwas technisches Know-how und entsprechende Hardware. Ein VPN ist hier nicht notwendig, da keine Daten das Gerät verlassen.
Extra-Tipp: Lenso.ai
Zwar ist Lenso.ai kein Bildgenerator, aber er gehört definitiv zu den wichtigsten Ergänzungs-Tools für alle, die mit KI-generiertem oder mit eigenem Bildmaterial arbeiten. Wir bieten eine KI-gestützte Rückwärts-Bildsuche, die gezielt nach Duplikaten, ähnlichen Bildern, Gesichtern und Orten im gesamten Internet sucht. Wer also ein Bild hochlädt, bekommt eine Übersicht darüber, wo dieses Bild (oder eine stark abgewandelte Version davon) online auftaucht. Möchte man also überprüfen, ob eigene oder auch KI-generierte Bilder ungefragt weiterverwendet werden, hilft das Tool. Wir finden auch die bearbeiteten, zugeschnittenen oder sogar gefilterten Varianten des Originals.
Übrigens: Hochgeladene Bilder werden bei Lenso.ai nicht dauerhaft gespeichert und auch nicht zu Werbezwecken genutzt. Wer regelmäßig Bilder veröffentlicht, kann sich zudem die Alert-Funktion einrichten. Dadurch werden Nutzer automatisch per Mail informiert, wenn neue Treffer für ein gespeichertes Bild gefunden werden.
VPN und der EU AI Act
Seit Februar 2025 gelten die ersten Regeln des EU AI Act. Unternehmen sind seither verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Mitarbeitenden über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Sie müssen sich also darüber im Klaren sein, welche Daten sie in KI-Tools eingeben und welche Risiken damit verbunden sind.
Ein VPN allein erfüllt keine DSGVO-Pflichten. Es ist ein technisches Hilfsmittel, das die Verbindungssicherheit erhöht, aber keine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten schafft. Wenn Sie für Kundenprojekte KI-Bildtools einsetzen, prüfen Sie, ob eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) mit dem Anbieter notwendig ist. Bei europäischen Anbietern oder Anbietern mit EU-Servern ist die Rechtslage klarer als bei US-amerikanischen Tools, deren Server unter anderen Datenschutzgesetzen stehen.
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